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Fünf Designtrends für Healthcare Marketing im Schweizer Gesundheitswesen

Design-trends, Health-care, Gesundheits-wesen

Distorted Cut, AI, Grainy Blur, Geometric Design und Hand Drawn sind fünf bedeutende Designtrends fürs Gesundheitswesen.
19.01.2026

Viele Gesundheitsorganisationen kommunizieren visuell noch immer sehr zurückhaltend. Das wirkt funktional und professionell, aber auch beliebig. Zwar vermittelt diese Ästhetik Sicherheit und Seriosität, doch echte Wiedererkennbarkeit entsteht kaum. Warum das Gesundheitswesen visuell mutiger werden muss.

Gesundheitsorganisationen setzen in Magazinen, Broschüren oder Social-Media-Posts häufig auf eine funktionale, aber konservative Gestaltung: viel Weissraum, austauschbare Stock Fotos und dominante Blautöne. Funktional meint dabei vor allem eines: eine sachliche, regelkonforme und risikoarme Informationsübermittlung. Diese visuelle Zurückhaltung schafft seitens Marketingabteilung vielleicht Sicherheit, bleibt aber selten im Gedächtnis der Kund:innen. Wiedererkennbarkeit, emotionale Relevanz und Differenzierung bleiben so meist auf der Strecke.

Gleichzeitig stehen Gesundheitsorganisationen heute in einem intensiven Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Nicht nur mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen, sondern mit sämtlichen Inhalten, die um die Aufmerksamkeit der Bevölkerung konkurrieren. Gesunde, Patient:innen oder Fachkräfte entscheiden innerhalb von Sekunden, ob eine Botschaft für sie relevant ist oder ausgeblendet wird. In diesem Umfeld reicht «unauffällig professionell» nicht mehr aus.

Gesundheit ist heute persönlicher, dialogischer und emotionaler. Menschen erwarten Orientierung, Haltung und Nähe, nicht nur korrekte Information. Genau das sollte sich auch in der visuellen Kommunikation widerspiegeln: Design darf und muss funktional sein, indem es Aufmerksamkeit gewinnt, Bedeutung stiftet und emotionale Beziehungen aufbaut. Denn nur was gesehen, gefühlt und erinnert wird, kann letztlich auch wirken.

Für 2026 sehen wir fünf Designtrends, die Gesundheitsorganisationen helfen, sich visuell klar zu positionieren und dabei glaubwürdiger, nahbarer und moderner zu werden.

  • Distorted Cut: Klassische Collage-Techniken neu interpretiert
    Der Trend Distorted Cut bricht mit der Perfektion glatter Layouts. Elemente werden geschnitten, verschoben, überlagert oder bewusst unsauber kombiniert. Inspiriert von Collagen aus Kunst und Editorial Design entstehen visuelle Spannungen, die Aufmerksamkeit erzeugen.
    Das Gesundheitswesen ist komplex, vielschichtig und selten linear. Distorted Cut übersetzt diese Realität visuell: Forschung trifft Praxis, Mensch trifft Technologie, Emotion trifft Evidenz. Der Stil eignet sich besonders für Themen wie Innovation, Transformation, Forschung oder interdisziplinäre Zusammenarbeit.
  • AI + Human: Design als kreativer Dialog statt Konkurrenz
    2026 ist Design nicht mehr Mensch gegen Maschine, sondern mehr kreativer Dialog. Künstliche Intelligenz wird zum Werkzeug, nicht zum Ersatz. Generative Systeme liefern Ideen, Varianten, Texturen oder Bildwelten. Designer:innen kuratieren, bewerten und geben die Richtung an.
    Im Gesundheitswesen ist Vertrauen zentral. Rein KI-generierte Elemente wirken oft kühl oder beliebig. Der Trend AI + Human schafft schnellere, kreative Prozesse ist aber immer ein Balanceakt zwischen Innovation und Verantwortung.
  • Grainy Blur: Mehr Echtheit, weniger Computerperfektion
    Grainy Blur bringt Korn, Rauschen, Unschärfen und Texturen ins Healthcare Design. Der Stil kehrt hochauflösender Perfektion den Rücken und transportiert Menschlichkeit, Nähe und emotionale Tiefe. Er wirkt authentisch, weniger werberisch und schafft eine emotionale Brücke zwischen Mensch und Institution.
    Der perfekte Match mit Gesundheitsthemen: Denn Gesundheit ist gleichermassen individuell.
  • Geometric Design: Minimal, modular und klar
    2026 ist geometrisches Design mit klaren Formen, markanten Rastern und modularen Systemen gefragt. Bauhaus, aber zeitgemäss interpretiert.
    Gerade in komplexen Organisationen wie Spitälern oder Verbänden schafft Geometric Design Orientierung. Es eignet sich bestens für die Vermittlung von Informationen, Infografiken oder modulare Content-Systeme. Geometric Design vermittelt Kompetenz, Ordnung und Klarheit und schafft eine hohe Wiedererkennbarkeit über alle Kanäle hinweg.
  • Hand Drawn: Unperfekt, menschlich und unverwechselbar
    Handgezeichnete Elemente, Skizzen, Icons oder Illustrationen sind 2026 eine gern gesehene Abwechslung in unserer sonst so digitalen Welt.
    Hand Drawn macht komplexe oder sensible Themen zugänglich. Der Stil wirkt erklärend, einladend und weniger autoritär. Ideal für Prävention und Aufklärung, gerade bei komplexen Krankheitsbildern wie bspw. der psychischen Gesundheit. Handgezeichnete Elemente sind ein schöner Kontrast zu Standard-Corporate-Designs und lassen Designs warm und nahbar wirken.

Fazit: 2026 sollten Designelemente in Healthcare Organisationen mehr als strategisches Instrument für Vertrauen, Orientierung und Relevanz gesehen werden. Denn Design ist nicht Dekoration.

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