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Demenzsensibilisierung als strategischer Hebel im öffentlichen Gesundheitswesen

Demenz-sensibili-sierungs-kampagne

Für das Gesundheits- und Umweltdepartement der Stadt Zürich haben wir 2026 eine umfassende Sensibilisierungskampagne zum Thema Demenz entwickelt. Im Zentrum stehen reale Betroffene und ihre Angehörigen und die Frage, woran wir uns als Gesellschaft im Umgang mit Demenz erinnern müssen.

Die Kampagne «Demenz heisst nicht vergessen ...» macht auf zentrale Unterstützungsangebote sowie die neue Website stadt-zuerich.ch/demenz aufmerksam. Sie richtet sich an die breite Bevölkerung, an Angehörige und Betroffene sowie an Multiplikator:innen, die im Alltag mit dem Thema konfrontiert sind.

In der Stadt Zürich leben rund 8’000 Menschen mit Demenz – Tendenz steigend. Trotz bestehender Angebote bestehen erhebliche Herausforderungen:
- Geringe Sichtbarkeit im Alltag
- Stigmatisierung und Berührungsängste
- Späte Inanspruchnahme von Unterstützungsangeboten
- Fehlende Orientierung im Versorgungssystem

Demenz ist damit nicht nur eine medizinische, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung.

Sensibilisierung ist ein zentraler Bestandteil von Public Health. Wirkung entsteht meist entlang der Wirkungskette: Awareness > Wissen > Einstellungen > Intention > Verhalten. Sensibilisierung wirkt dabei als notwendige Voraussetzung für Verhaltensänderung.

Herausforderung

Wie kann ein komplexes, emotional belastetes und teilweise tabuisiertes Thema im Spannungsfeld von öffentlicher Kommunikation, politischem Auftrag und gesellschaftlicher Verantwortung so kommuniziert werden, dass:
- breite Bevölkerungsgruppen erreicht werden
- Verständnis und Empathie entstehen
- konkrete Verhaltensänderungen angestossen werden
- bestehende Angebote besser genutzt werden

Strategischer Ansatz

Wir entwickelten eine mehrstufige Kommunikationsstrategie mit drei zentralen Hebeln:
1. Sichtbarkeit schaffen: Aufbau eines neuen, empathischen Demenz-Narrativs mit realen Geschichten von Betroffenen und Angehörigen im öffentlichen Raum.
2. Verständnis und Handlung fördern: Abbau von Berührungsängsten und Förderung von Handlungsfähigkeit durch niederschwellige, alltagsnahe Botschaften
3. Orientierung ermöglichen: Zugang zu konkreten Unterstützungsangeboten dank der Verknüpfung aller Massnahmen mit einer neuen Website als zentralem Hub

Crossmediale Umsetzung

Die Testimonial-Kampagne wurde auf sämtlichen analogen und digitalen Kanälen ausgespielt (OOH, ÖV, Social Media, Video):
- Content-Formate: Stories, Erklärvideo, Infografik «Journey through Dementia»
- Analoge Massnahmen: Flyer, Poster, mehrsprachige Materialien
- Digitale Kampagne inkl. Paid Media
- Aktivierung von über 30 Organisationen als Multiplikator:innen

Wirkung

Studien zeigen, dass Sensibilisierung und Wissen zentrale Hebel sind, um Verhalten zu beeinflussen. Ein höheres Bewusstsein und mehr Wissen in der Bevölkerung tragen dazu bei, dass Betroffene offener über ein Thema sprechen, früher eine Abklärung oder Unterstützung suchen und besser Zugang zu bestehenden Angeboten finden.

Mit dem Ziel der Stärkung einer demenzfreundlichen Gesellschaft zielte die Kampagne nicht nur auf Reichweite, sondern auch auf Verhaltensveränderung ab:
- Früheres Erkennen und Ansprechen von Symptomen
- Erhöhte Nutzung bestehender Angebote
- Reduktion von Stigmatisierung im Alltag

Wir gehen davon aus, dass wir mit der Kampagne mindestens 75 % der erwachsenen Zürcher Bevölkerung erreichen und über 20'000 Zürcher:innen auf die neue Demenz-Website verlinken.

Key Learnings

Kommunikation ist Teil der Versorgung, nicht nur deren Begleitung. Authentische Geschichten schaffen dabei mehr Wirkung als abstrakte Information. Die systemische Wirkung, die längerfristig eine ganze Gesellschaft berührt, entsteht durch die Kombination von Kommunikation, Orientierung und Multiplikation. Öffentliche Kampagnen müssen immer sowohl emotional zugänglich als auch fachlich fundiert sein.

Die Kampagne «Demenz heisst nicht vergessen» zeigt, wie Kommunikation im öffentlichen Gesundheitswesen als verbindendes Element zwischen Betroffenen, Angeboten und Gesellschaft wirken kann.

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